Ausverkauft – Nino Malfatti präsentiert die 13. Afra-Lithographie „Rosa Munde“

13. Afrafest in Affenhausen - Nino Malfatti präsentierte seine "Rosa Munde", Foto: Stecher & Stecher
13. Afrafest in Affenhausen - Nino Malfatti präsentierte seine "Rosa Munde", Foto: Stecher & Stecher

Er malt Steine, Felsen und Berge. „Meine Bilder unterliegen einem ständigen Wandel“, sagt der Bergmaler Nino Malfatti. „Aus den anfänglich mehr oder weniger zufälligen Malereien ist heute eine tragende Idee meiner Bilder geworden.“ Nino Malfatti widmet die 13. Afra-Lithographie 2016 der Hohen Munde. 

Sein Bild vom 2662 Meter hohen Hausberg der Menschen im Oberen Inntal, nennt er „RosaMunde“.

Afra-Fest 2016 – Die 13. Afra-Benefiz-Lithographie ist der Hohen Munde gewidmet

Die Lithographie erscheint in einer limitierten Auflage von nur 125 Blatt und wurde am Sonntag, dem 7. August 2016 beim 13. Afrafest öffentlich präsentiert. Nach der Festmesse vor der Afra-Kapelle in Affenhausen mit Abt Mag. German Erd. Künstler- und der Lithographievorstellung durch Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa spielte die „Kupfmusig“ beim Gartenfest der Familien Stecher & Stecher.

„Die letzten Blätter sind schon lange gedruckt“, sagt Steindrucker Günther Stecher auf Nachfrage und gestattet einen Blick in seine Werkstatt. Senior und Tiroler Drucker-Urgestein Walther Stecher mischt die Farben und beaufsichtigt den Druck. Clemens Stecher ist jüngstes Mitglied der Wildermieminger Steindrucker-Dynastie und heuer zum ersten Mal aktiv dabei. Drei Generationen Steindrucker seit 34 Jahren der „Kunst vom Stein“ verpflichtet.

Nino Malfatti hat sich als Künstler die Berge als Lieblingsmotiv ausgesucht. Mit Pinsel, Bleistift, Lithokreide und Radiernadel erweckt er Landschaften zum Leben. Satte Flächen, markante Strukturen, Felsbrüche und Gesteinsschichtungen sind das Markenzeichen seiner Bilder.

Malfattis Werke hängen in zahlreichen Museen und Sammlungen – von Messners Mountain Museum in Bozen bis zur Kunsthalle Bremen. Der 76-Jährige Bergsteiger, Tiroler und Europäer, mit Wurzeln in Italien und Rumänien arbeitet und lebt in Berlin und im Ötztal. Malfatti gilt als Ausnahmeerscheinung auf künstlerischem Gebiet.

Malfatti steht in der Tradition der großen Gebirgsmaler, von Edward Theodore Compton über Joseph Anton Koch, Giovanni Segantini und Ferdinand Hodler. „Ich und die Berge sind riesige Freunde“. In Aquarellen, Zeichnungen und Ölbildern versucht Malfatti dem Wesen dieser „Freunde“ auf den Grund zu gehen. Es geht diesem Künstler aber nicht um die Wiedergabe eines bestimmten Ortes, vielmehr sind es Bilder, welche Strukturen und Kompositionen zeigen, Formen, die aus kleinsten Details bestehen und sich auf dem Bild zum Ganzen fügen. So versteht man auch, wenn der Künstler behauptet: „Im Grunde bin ich ein abstrakter Maler“.

„Darf man wieder Berge malen?“, fragt sich die Kulturjournalistin Krista Hauser in der Wiener Zeitung: „Nino Malfatti, geboren 1940 in Innsbruck, seit 40 Jahren in Berlin lebend, wo er sehr bald zur Szene gehörte und es 1977 auf die Documenta schaffte, tut es einfach. Im Gespräch nennt er die Annäherung an das heikle, politisch und kommerziell missbrauchte Thema der Berge „eine Gratwanderung“. Sie ist ihm gelungen.

Seine Tiroler Heimat gestatte ihm „den besonderen Blick auf die Berge“, sagt der Afra-Lithograph Nino Malfatti in einem Interview mit Dominik Prantl von der Süddeutschen Zeitung. Auf dessen Frage „sind Sie ein Romantiker?“, antwortet er: „Die Alpinmalerei wurde ja erst in der Romantik mit Joseph Anton Koch, Caspar David Friedrich oder Caspar Wolf ein eigenes Thema. Vorher waren die Berge in der Malerei eher Beiwerk und Hintergrund für religiöse und historische Ereignisse.“

Dominik Prantl: „Der Südtiroler Alpinist Reinhold Messner soll gesagt haben: „Bei Nino Malfatti spüre ich, dass er die Berge wirklich erfasst hat.“ Haben Sie eine Idee, wie er das gemeint hat?“ Malfatti antwortet: „Dass ich die Berge erfasst habe? Ganz klar! Weil ich selber Bergsteiger war und bin. Und wenn er behauptet, ich hätte die Berge erfasst, dann spürt er, dass ich beim Malen auf metaphorische Art klettern gehe. Ich versuche, den Stein und die Formationen so zu malen, als könnte man sie auch begehen. Lustigerweise hat Reinhold auf einem seiner Vorträge anhand eines meiner Bilder seine Routen erklärt. Was mich doch sehr erstaunt und gefreut hat.“

Günther Stecher ist mit Blick auf seine bisherigen Afra-Editionen – von 2004 bis heute – stolz auf die „Neu-Entdeckung“. „Ihm in der Tiroler Kunstwelt nicht zu begegnen, wäre eine unvorstellbare Leistung gewesen“, sagt der Steindrucker, der seinen Künstlern so nah ist, weil er einer von ihnen ist. „Malfattis Bilder sind für mich von unschätzbarem Wert. Ich spreche für unsere ganze Familie, wenn ich sage, wir freuen uns, dass Nino Malfatti heuer unser Afra-Lithograph ist.“

Berge und Felsen sind als Thema der Malerei wahrscheinlich so alt wie die Malerei selbst“, sagt Nino Malfatti, dessen Künstlerleben frühestens am 17. September 1969 mit einem blauen Rohr in einer Wand beginnt. Nach dem „1. Grazer Strahl“, bis zur Entdeckung der Berge, machte der aus Tirol stammende und seit Jahrzehnten in Berlin lebende Künstler eine Entwicklung mit, in der die Gegenstände zum Vorbild werden.

„Vom 1. Grazer Strahl bis hin zu den letzten Bergbildern wird die Unmittelbarkeit des Zugangs zum Bildgegenstand augenscheinlich“, schreibt der Kunsthistoriker und Museumsleiter Eckard Schneider im Winter 2011/2012 in einem Beitrag über den Künstler Nino Malfatti zur Ausstellung „Die gemalte Zeit – Retrospektive 1968 bis 2011“ von Februar bis April 2012 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

Der Reinerlös der Benefiz-Lithographie wird traditionell den Tiroler Frauenhäusern gespendet. Die bisherige Spendensumme beläuft sich exakt auf 340-tausend-400 Euro.

Ausverkauft:

13. Afra-Lithographie “„RosaMunde“ von Nino Malfatti. Foto: Clemens Stecher/stecher-stecher.at
13. Afra-Lithographie “„RosaMunde“ von Nino Malfatti. Foto: Clemens Stecher/stecher-stecher.at

13. Afra-Lithographie “„RosaMunde“ von Nino Malfatti: Limitierte Auflage 125 Steindruck-Lithographien, 12 Farben, gedruckt auf 350 Gramm Büttenkarton, Bildformat: 550 x 410 mm. Günther Stecher: „Die Malfatti-Lithographie ist ausverkauft. Darüber freuen wir uns sehr.“

Nino Malfatti – Vita

Nino Malfatti wurde 1940 in Innsbruck geboren. Nachdem er 1962 die Meisterprüfung als Maler an der Gewerbeschule Innsbruck abgelegt hatte, studierte er bis 1965 an der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei und Grafik bei Maximilian Melcher und Restaurierung. Von 1967 bis 1972 studierte Malfatti bei Peter Herkenrath und Gerd van Dülmen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Malfatti wurde Meisterschüler von Horst Antes. 1974 zog Malfatti nach Berlin, wo er von 1981 bis 1982 als Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin Maltechnik lehrte (Quelle: Wikipedia).

mehr: www.malfatti.de

Werkstattbilder: Clemens Stecher und Knut Kuckel

Über die Autorin/den Autor

Knut Kuckel

Journalist / Publizist. Herausgeber von:
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